Direkte Demokratie oder Schlammschlacht?
Als es 1985 darum ging, den Gemeinderat neu zu bestellen, wurde der Wahlkampf mit harten Bandagen geführt. Eine Flut von Flugblättern flatterte in die Briefkästen, in der Zeitung erschienen Inserate mit Wahlempfehlungen und auch mit adressierter Post wurde für oder gegen einzelne Kandidaten geworben. Wer hinter den Werbeaktionen stand, war oft nicht klar. Die anonymen Unterstützer nannten sich «Um die Zukunft besorgte Wittnauerinnen und Wittnauer», «Freie Stimmbürgerinnen und Stimmbürger», «Wahlkomitee 85 Pro Wittnau» oder «Wählerische Wähler».
Die Zahl der ins Spiel gebrachten Kandidaten war gross. In all den Werbeaktionen wurden insgesamt 24 unterschiedliche Namen genannt, darunter aber bloss eine einzige Frau!
Zur Erinnerung: Das Frauenstimmrecht war 14 Jahre früher, 1971, eingeführt worden.
Es dauerte noch bis 1998, dass mit Agnes Uebelmann-Schmid die erste Frau in den Gemeinderat Wittnau gewählt wurde!
Vor dem 1. Wahlgang vom 6. Oktober 1985:
Das Inserat für August Müller, Chemiearbeiter, war wohl eine Finte: Es kandidierte auch August Müller, 1946, El.-Ing., bisheriger Gemeinderat.
Wahlzettel mit dem Namen "August Müller", die nicht zweifelsfrei zugeordnet werden konnten, mussten für ungültig erklärt werden.
Ergebnis des 1. Wahlgangs vom 6. Oktober 1985:
Vor dem 2. Wahlgang vom 20. Oktober 1985:
Ergebnis des 2. Wahlgangs vom 20. Oktober 1985:
Vor der Ammann- und Vizeamman-Wahl vom 10. November 1985: