Buschberg-Kapelle

Im Sommer und im Winter besuchen viele Menschen die Kapelle auf dem Buschberg. (Foto von ca. 1925)
Im Sommer und im Winter besuchen viele Menschen die Kapelle auf dem Buschberg. (Foto von ca. 1925)

Das Wunder
Im Jahr 1668 führten Müller Benedikt Martin und Fuhrmann Johann Rim einen Mühlstein von einem Steinbruch nördlich von Rheinfelden nach Kienberg. 14 Pferde zogen den Wagen von Wegenstetten auf die Höhe des Buschbergs. Droben auf der Ebene passierte es: Benedikt Martin glitt aus und fiel so unglücklich hin, dass beide Beine unter die Räder des fahrenden Wagens gerieten. «Jesus und Maria, kemet ihm zu Hilfe!», schrie Fuhrmann Rim. «Indessen gingen [dem Müller] die Räder mit der aufhabenden Last über beide Schienbein. Wer sollte nicht vermeint haben, dass eine solche 23 Zentner schwere Last diesem frommen Mann das Mark nicht aus den Beinen sollte gepresst haben? Ohne Zweifel, natürlicher Weis hätte solches geschehen sollen, wo nicht ein hochbewährter Glücks-Stein sich dazwischen eingelegt hatte. O wundersame Kraft dieses Marianischen Steins!» Martin stand mit einem grossen Schrecken, aber unverletzt auf. Aus Dankbarkeit liess er am Ort des Geschehens ein Kreuz aufstellen und machte eine Wallfahrt zum Kloster Mariastein, dessen Mirakelbuch uns obige Geschichte berichtet.

 

Blüte und Niedergang der Wallfahrt
Das Kreuz auf dem Buschberg wurde zu einem weit herum bekannten Wallfahrtsort. Als 1843 drei betrunkene Holzarbeiter das Kreuz umhauten, sorgte dieser Frevel für grosses Aufsehen. Sogleich liess die Gemeinde Wittnau ein neues Kreuz errichten, das 1906 erneuert wurde. Im 19. Jahrhundert erlebte die Wallfahrt einen Aufschwung. 1868 wurde mit Spenden aus den fricktalischen Dörfern vor dem Kreuz eine nach drei Seiten hin offene Kapelle erbaut. Umliegende Pfarreien organisierten alljährlich Prozessionen zum «wundertätigen Kreuz», und sogar aus dem Elsass und dem Badischen erreichten Pilgerzüge die Hochfläche des Buschbergs. Der Erste Weltkrieg führte zum Rückgang der Wallfahrt. Heute suchen vor allem Einzelpilger und Wanderer die Kapelle auf.

Im Jahr 2000 wurde das Dach des Kreuzes erneuert und mit einem Glockenstuhl versehen. Er trägt eine 1663 gegossene, 67 kg schwere Marienglocke, die einst im Wittnauer Kirchturm hing.

 

Starker Kraftort
In den letzten Jahren erlangte der Buschberg als Kraftort eine gewisse Bekanntheit. 1994 öffnete eine Gruppe von zehn Personen im Wald unmittelbar hinter der Kapelle ein «Erdenergiezentrum», wobei seltsame Töne aus dem Boden erklangen, die auf Tonband festgehalten sind. Auch die Kapelle selbst gilt als Ort der Kraft mit einer Stärke von 22‘000 bis 34‘000 Boviseinheiten. Diese Kraft wird mit Pendel und Rute bestimmt, ist allerdings mit den wissenschaftlichen Messmethoden der Physik nicht greifbar.

 

(Qu: DR. LINUS  HÜSSER;  www.aargauerkapellen.ch )

 

Trudi und Klara Studer vor der Buschberg-Kapelle (ab Glas-Negativ von August Studer, Schreiner, um 1926)
Trudi und Klara Studer vor der Buschberg-Kapelle (ab Glas-Negativ von August Studer, Schreiner, um 1926)
Foto: Joseph Ackermann, 1929 (© StAAG)
Foto: Joseph Ackermann, 1929 (© StAAG)
Foto: Joseph Ackermann, 1929 (© StAAG)
Foto: Joseph Ackermann, 1929 (© StAAG)

Cheer-Chäppeli

Zustand der Kehr-Kapelle anno 1963: Die St. Martin-Statue war im "Fenster" unter dem Giebel platziert. (Foto: Ganz; © Denkmalpflege Aargau)
Zustand der Kehr-Kapelle anno 1963: Die St. Martin-Statue war im "Fenster" unter dem Giebel platziert. (Foto: Ganz; © Denkmalpflege Aargau)

Es gibt eine Sage, die erklärt, warum das Chehr-Chäppeli erbaut wurde. 

>>> Hier können Sie die Geschichte «De gross Sprung» anhören, 

in Fricktaler Mundart erzählt von Traugott Fricker.