Businger-Teigwaren

 

Seit Sommer 2020 gibt es sie wieder, die bekannten Businger-Teigwaren!

 

4 anstatt 3

Darin bestand das Geheimrezept der Businger-Teigwaren:

Mit 4 anstatt mit 3 Eiern wurden sie hergestellt. 

Dieses eine Ei mehr pro Kilogramm Hartweizengries hatte es in sich:

Es verlieh der Pasta nicht nur mehr Festigkeit, 

sondern sicherte dem Unternehmen das Überleben – bis 1982.

Dann war Schluss. Der italienischen Konkurrenz wegen.

Aber wie heisst es so schön: Vergangen ist nicht vergessen!

Die Stiftung Töpferhaus, beheimatet in der ehemaligen Businger-Teigwarenfabrik

an der Bachstrasse in Aarau und selbst seit 2009 Pasta-Herstellerin, 

haucht den 4-Frisch-Eier-Teigwaren wieder Leben ein.

Im Stil einer Retro-Linie.

 

In Aarau sind die Businger-Teigwaren hier wieder zu kaufen:

  –  «aarau info», Metzgergasse

  –  «Gmüesrad», Vordere Vorstadt

  –  Lebensmittel Meyer, Herzogstrasse

  –  Miller's Shop, Ochsegässli

  –  Stadtmuseum Aarau, Schlossplatz

  –  Töpferhaus, Bachstrasse

 

 

 

Von Wittnau nach Aarau

 

Der Ursprung der Businger-Teigwaren liegt in Wittnau.

Um 1900 baute Friedrich Otto Businger (1868-1941) im Oberdorf das Wirtshaus «Krone».

Er war nicht nur Gastwirt, sondern auch Bäcker und Mehlhändler.

 

Auf alten Fotos der Krone ist noch das Schaufenster zu erkennen, das mit 

"Bäckerei und Mehlhandlung" beschriftet war. 

 

Ausschnitt aus einer Postkarte von 1905: Rechts der Eingangstüre ist das Schaufenster zu erkennen.
Ausschnitt aus einer Postkarte von 1905: Rechts der Eingangstüre ist das Schaufenster zu erkennen.

 

Schon Friedrich Businger produzierte Nudeln: quasi die ersten Businger-Teigwaren. 

Es war aber sein Sohn Hans (1897-1963) – auch er gelernter Bäcker –,

der die Pasta-Produktion im grossen Stile aufzog. 

1929, mitten in der Weltwirtschaftskrise, gründete er seine eigene Firma und fertigte im Aarauer Hammer Nudeln, die bald einmal weit herum sehr beliebt waren. Sein Rezept mit vier Frischeiern statt nur drei verhalf ihm zum Erfolg. Bereits 1934 konnte die neue Teigwarenfabrik an der Bachstrasse ihren Betrieb aufnehmen.

 

Inserat von 1937 im Aarauer Turnblatt
Inserat von 1937 im Aarauer Turnblatt
Inserat vom Juni 1959 im Aarauer Turnblatt
Inserat vom Juni 1959 im Aarauer Turnblatt

 

Zeit seines Lebend blieb Hans Businger mit seiner Heimatgemeinde stark verbunden. 

Als 1947 seine Gattin Helen Businger - Osterwalder, die an der Wittnauer Oberschule von 1919 bis 1925 Lehrerin war, erst 49-jährig verstarb, spendete er der Schule in ihrem Gedenken die grosszügige Summe von Fr. 10'000.-. Mit dem Geld konnte ein Fonds errichtet werden, mit dessen Zinsen die Schule jährlich schöne Anschaffungen tätigen konnte, wofür üblicherweise kein Geld vorhanden gewesen wäre. In späteren Jahren stockte der edle Spender das Stiftungskapital sogar noch weiter auf.    

      ► Businger-Fonds

      ► Porträt-Foto von Hans Businger

Ausflug der Schule Wittnau in die Teigwarenfabrik Hans Businger, Aarau (ca. 1950).

Ganz rechts ist Fritz Businger zu erkennen, ein Neffe des Firmengründers.

 

1962 wurde die Einzelfirma in eine AG umgewandelt und fortan übernahm Hans Businger Junior die Leitung. 

1982 kam das Aus. Zu gross war der Konkurrenzdruck von Pasta aus Italien. Die Teigwarenfabrik Hans Businger wurde vom Konkurrenten Ernst-Teigwaren übernommen.

 

2020: Neubeginn. Die Urenkel des Firmengründers wollen es noch einmal wissen! Sie gründen die Businger GmbH. Die Teigwaren werden durch die Stiftung Töpferhaus produziert.


Quellen:    -  Nudelpackung Bio-Schnittnudeln

                 -  www.busingerpasta.ch

                 -  Schulchroniken, Gemeindearchiv Wittnau

                 -  Ferdinand Niederberger: Das Geschlecht Businger zur Zeit der Entwicklung der

                    alten Eidgenossenschaft (Stans 1963); Herausg.: Hans und Peter Businger, Aarau