Wanderbücher

 

 

Nütze die Zeit mit Fleiß,

und bilde dich aus im Berufe,

bleib' dabei fromm und gut,

Gott und dem Vaterland treu.


 

ein Beispiel:

Das Wanderbuch des Friedrich Speiser von Wittnau,

"seines Berufs ein Schmid"

zum Vergrössern anklicken!
zum Vergrössern anklicken!
Zähne: vollkommen
Zähne: vollkommen
Rheinfelden: 1. 3. 1845
Rheinfelden: 1. 3. 1845
Basel 21. 7. 1845 / Kraylingen BE 27. 7. 1845 / Bern 28. 7. 1845 / Sensenbrücke 29. 7. 1845 / Fribourg 29. 7. 1845
Basel 21. 7. 1845 / Kraylingen BE 27. 7. 1845 / Bern 28. 7. 1845 / Sensenbrücke 29. 7. 1845 / Fribourg 29. 7. 1845
Murten 30. 7. 1845 / Aarberg 11. 8. 1845 / Bern 13. 4. 1846 / Sensebrücke 13. 4. 1846 / Fribourg 14. 4. 1846 / Bellière 15. 4. 1846
Murten 30. 7. 1845 / Aarberg 11. 8. 1845 / Bern 13. 4. 1846 / Sensebrücke 13. 4. 1846 / Fribourg 14. 4. 1846 / Bellière 15. 4. 1846
Genève 20. 4. 1846 / Nyon 23. 4. 1846 / Aubonne 22. 7. 1846 / Genève [?] 8. 8. 1847
Genève 20. 4. 1846 / Nyon 23. 4. 1846 / Aubonne 22. 7. 1846 / Genève [?] 8. 8. 1847

 

Wanderbücher

im Gemeindearchiv Wittnau

 

Im Wittnauer Gemeindearchiv liegt eine Anzahl von Wanderbüchern. 

Diese erfüllten gleichzeitig mehrere Funktionen: 

Sie waren in erster Linie Personal-ausweise für Handwerker, ausgestellt durch das Bezirksamt und unterschrieben vom Bezirksamtmann.

Neben dem Wanderbuch einen weiteren Ausweis zu haben, war nicht erlaubt.

Weil es damals noch keine Passfotos gab, war die «Personalbeschreibung» ein wichtiger Bestandteil des Büchleins. Nebst den Angaben zu Alter, Haarfarbe und Grösse war auch der Zustand der Zähne und der Bart verzeichnet. 

 

Weil nur jener Bursche ein Wanderbuch erhielt, der über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügte, diente es gleichzeitig auch als Fähigkeitsausweis, in welchem die Arbeitszeugnisse der verschiedensten Wander-Stationen eingeschrieben wurden. Auch Stempel von Polizeikontrollen oder Suppenküchen können den Weg des wandernden Gesellen nachzeichnen. 

 

Der wandernde Handwerker war verpflichtet einer Arbeit nachzugehen. Blieb er ohne triftigen Grund länger als ein Vierteljahr ohne Anstellung, so zogen die Behörden das Wanderbuch ein und sandten es zurück ans Bezirksamt. Als «Müssiggänger» oder «Landläufer» wurde der Bursche mit einem Laufpass versehen und in seine Heimat verwiesen.



Wanderbuch von Anton Speiser, Schmied

Wanderbuch mit Schutzhülle
Wanderbuch mit Schutzhülle

 

 

 

Gleich zwei Schmiedegesellen mit Name Speiser! Da liegt die Vermutung nahe, dass die beiden, Friedrich (*1822) und Anton (*1844), miteinander verwandt sein könnten. Ein Blick ins Wittnauer Familienbuch verschafft Klarheit: Eine nähere Verwandtschaft kann nicht nachgewiesen werden. Während Friedrich aus einer Nagler-Dynastie stammte, war Antons Vater, Johann Speiser, Tierarzt von Beruf. 

 

 

Zähne: die oberen etwas schadhaft; Bart: angehender Schnurrbart
Zähne: die oberen etwas schadhaft; Bart: angehender Schnurrbart
Laufenburg 10. 4. 1885 / Bözingen (Biel) 7. 3. 1886 / Horgen 28. 4. 1886
Laufenburg 10. 4. 1885 / Bözingen (Biel) 7. 3. 1886 / Horgen 28. 4. 1886
Riesbach ZH 15. 6. 1886 / Glarus 26. 10. 1886
Riesbach ZH 15. 6. 1886 / Glarus 26. 10. 1886


Im Wittnauer Gemeindearchiv sind noch weitere Wanderbücher aufbewahrt. Jene von:

     –  Oswald Businger, Nagler         *1846

     –  Arnold Jules Herzog, Bäcker   *1847

     –  Friedrich Husner, Schreiner     *ca. 1851

     –  Martin Liechti, Schreiner          *1866

     –  Leo Schmid, Küfer                   *1848

     –  Emil Studer, Schuster              *1865

     –  Hermann Tschudi, Müller