DAS WITTNAUER HORN

Das Wittnauer Horn ist eine weltbekannte archäologische Fundstelle.

Wer der Entdecker des Refugiums war, können wir heute nicht mehr eindeutig feststellen. Möglicherweise war es der Aarauer Kantonsschullehrer und Geologe Friedrich Mühlberg (1840-1915). Bereits 1874 hielt er vor der Aargauer Naturforschenden Gesellschaft einen Vortrag «Über angebliche Pfahlbaufunde im Bünzner Moos und über ein Refugium bei Wittnau» und im Juni 1876 leitete er eine «Excursion über Kienberg zu den erratischen Blöcken bei Wittnau und zur Heidenschanze auf dem Horn bei Wittnau».

 

Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen auf dem Horn standen 1934/35 unter der Leitung von Dr. Gerhard Bersu aus Frankfurt.

Sondierschnitte wurden systematisch angelegt und die aufgefundenen Schichten wissenschaftlich erfasst.

 

Die ältesten Spuren, die Bersu entdeckte, stammen vermutlich aus der Jungsteinzeit. Die vorgefundenen Kulturschichten beweisen die Besiedlung des Horns in der Bronzezeit, der Eisenzeit und der Römischen Epoche. Dass das Horn im Frühmittelalter zumindest zeitweise von Menschen besucht wurde, das weiss man aufgrund von datierbaren Keramikscherben und der 1979 entdeckten Silbermünzen.

  

► Hier sind Bilder der Ausgrabungen von 1934/35 zu sehen.

 

Seit Dr. Bersus Pionier-Grabung in den Vorkriegsjahren ist die Forschung auf dem Wittnauer Horn natürlich nicht stehengeblieben. 

 

Etwas unkontrolliert wurde 1979 eine Waldstrasse in die hochsensible archäologische Anlage gelegt. Glück im Unglück war dabei, dass Werner Brogli, Lehrer von Möhlin, dank dieser Schandtat acht spätmerowingische Silberdenare fand. Diese kleinen Münzen waren im 8. Jahrhundert  in Holland und Frankreich geprägt worden. 

Mehr zu den seltenen Münzen ist hier zu erfahren!  -->

(externer Link)

 

Ein sensationer Fund: die  acht spätmerowingischen Silber-Denare.
Ein sensationer Fund: die acht spätmerowingischen Silber-Denare.

 

Den aktuellsten Überblick über den Stand der archäologischen Forschungen auf dem Wittnauer Horn gibt die Info-Tafel der Aarg. Kantonsarchäologie, die im Herbst 2014 beim Hauptwall des Refugiums aufgestellt wurde.