Steinbeile aus Wittnau

 

In der Steinzeit, bevor man Werkzeuge und Waffen aus Metall herstellen konnte, wurden viele Geräte aus Holz, Knochen, Geweih oder Stein gefertigt. Von diesen Materialien findet man nach Tausenden von Jahren vor allem noch die Teile aus Stein, weil alles andere im Laufe der Zeit fast vollständig verrottet ist. 

Steinbeile sind typische Werkzeuge der Jungsteinzeit (Neolithikum). Sie sind ein Zeugnis der tiefgreifenden Veränderungen jener Epoche. Mit der "Neolithischen Revolution", wie diese Umbruch auch genannt wird, wurden aus den herumziehenden Jägern und Sammlern der Alt- und Mittelsteinzeit nun sesshafte Bauern, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. Nur mit leistungsfähigen Beilen konnten Bäume gefällt werden um Anbauflächen zu roden und Holz für den Hausbau bereitzustellen.

Auch in Wittnau wurden verschiedene geschliffene Steinbeilklingen gefunden.

Hier eine Übersicht. 


Bei den Ausgrabungen von 1934/35 auf dem Wittnauer Horn kam eine ganze Anzahl von Beilklingen oder Bruchteilen zu Tage. Weil auf der Untersuchungsfläche keine Spuren einer neolithischen Siedlung festgestellt wurden, bezeichnete der leitende Archäologe Gerhard Bersu sie als Streufunde aus der Jungsteinzeit. 

aus: «Das Wittnauer Horn» von Gerhard Bersu, Basel 1945
aus: «Das Wittnauer Horn» von Gerhard Bersu, Basel 1945

 

 

                              Die Originale der oben gezeichneten Steinbeile befinden sich

                              im Fricktaler Museum in Rheinfelden.

                              Fotos folgen.

 

 


Die Fundumstände des folgenden Steinbeils sind nicht ganz so klar. 

Vermutlich wurde es um 1880 zwischen Kirche und Schulhaus ausgegraben. 

Es war im Besitz der Familie Fricker, "Lehrers", und kam zum Vorschein, als 2015 das Bauernhaus an die Wohnbaugenossenschaft verkauft wurde.

Die Beilklinge ist aus Serpentin und hat eine Länge von 7,8 cm.

 

weitere Details  zu diesem Steinbeil


Beim Bau der Post im Jahr 1910 kam dieses ganz spezielle Steinbeil zum Vorschein. 

Es scheint ein mehrfunktionales Gerät gewesen zu sein. Auf der einen Schmalseite hat es ein Schneide, die andere Seite ist stumpf. Das Beil weist in der Mitte eine Schäftungsrille auf. 

Dieses Artefakt wird im Depot des Schweizerischen Nationalmuseums aufbewahrt.

© Schweizerisches Nationalmuseum, A-40649
© Schweizerisches Nationalmuseum, A-40649

 

zusätzliche Informationen  und weitere Bilder dieses Beils


Auch bei diesem Steinbeil handelt es sich um einen Altfund. 

Dieses Teilstück einer Lochaxt wurde etwa 1960 auf dem Altenberg gefunden. 

Seit 2012 ist es im Depot der Aargauischen Kantonsarchäologie.

Foto Ch. Benz (April 2012)
Foto Ch. Benz (April 2012)

 

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