Eine jungsteinzeitliche Lochaxt

In den 50er- oder 60er-Jahren, vielleicht auch früher, kam auf dem Altenberg ein Bruchstück einer neolithischen Lochaxt zum Vorschein. Der Finder - ein Mann aus Wittnau - nahm das Fundstück mit nach Hause. Als er aus dem Dorf wegzog, nahm er das steinzeitliche Stück mit.

In der Zwischenzeit verstarb der Finder. Der Aufbewahrungsort der Lochaxt blieb lange unbekannt.

Foto Ch. Benz      (Juni 1984)
Foto Ch. Benz (Juni 1984)
Foto Ch. Benz (Juni 1984)
Foto Ch. Benz (Juni 1984)

Heureka! Wieder gefunden!

Von der Wittnauer Lochaxt fehlte während Jahrzehnte jede Spur. Im April 2012 ist sie nun wieder aufgetaucht! Sie lag in der Gesteinssammlung eines Mineraliensammlers im Kanton Luzern. 

In der Ausstellung « FUNDSTÜCKE » am Wittnauer Dorffest (24.-26. Aug. 2012) war das jungsteinzeitliche Werkzeug erstmals öffentlich zu sehen! Seither befindet es sich in der Sammlung der Kantonsarchäologie Aargau.

Foto Ch. Benz (April 2012)  Länge des Bruchstücks: 8 cm
Foto Ch. Benz (April 2012) Länge des Bruchstücks: 8 cm
Foto Ch. Benz (April 2012)
Foto Ch. Benz (April 2012)

Werkzeug? Waffe? Was sonst?

Über den Verwendungszweck von Lochäxten rätseln die Wissenschafter. 

Als Axt für grobe Arbeiten oder als Waffe kann sie kaum gedient haben. Durch das Loch in der Mitte ist der Stein so sehr geschwächt, dass er schon bei der ersten grösseren Belastung bricht.

Auch mit dem Fundstück vom Altenberg ist dies passiert.

Wozu könnte die Lochaxt denn sonst gedient haben? Es scheint, dass sie vor allem ein Prestige-Gegenstand war.